Schon seit längerer Zeit plane ich eine Optimierung der LOB, der Lernziel-Orientierten Beurteilung, die ich nun das zweite Jahr im Stiftsgymnasium Wilhering als Grundlage meiner Leistungsbeurteilung verwende.

LOB – Was ist das?

Das Ganze ist natürlich nicht auf meinen Mist gewachsen, sondern diese Form der Leistungsbeurteilung ist schon seit über 20 Jahren erfolgreich im Einsatz. Ursprünglich aus den “Pensenbüchern” der Montessori-Pädagogik entstanden gibt es viele Formen der LOB. Meine erste Bekanntschaft schloss ich 2002 in Salzburg als im Fachdidaktik-Seminar die Vortragende – Frau Dir. Renate Ginzinger – mir dieses Modell, das erfolgreich an ihrer Schule (BG Zaunergasse) eingesetzt wird, näherbrachte. Auch in der Nachhilfetätigkeit bekam ich dieses System zu Gesicht und konnte die vielen Facetten dieser Leistungsbeurteilung sehen.

Mein Probejahr im BG Zaunergasse 2004/05 stärkte mich in dem Entschluss weg vom herkömmlichen System hin zu einem “moderneren” System zu gehen. Aber erst nach dem Unterrichtsjahr und einem “Jahr auf Probe” in Wilhering traute ich mir diesen Schritt zu. In Anlehnung an die Unterlagen des BGZ entwickelte ich selber für die 1. und 2. Klasse eine LOB-Mappe.

Das erste Unterrichtsjahr war geprägt von Missverständnissen der Schüler und natürlich der Eltern, aber auch tollen Rückmeldungen und meines Erachtens guten Erfolgen. Zu meinem Leidwesen nahmen die Schüler die Sache nicht so selbstständig in die Hand und so blieb auch ein riesiger Haufen Arbeit (Lernzielkontrollen wohin das Auge reichte) bei mir. Deswegen korrigierte ich ein wenig die Durchführungsmodalitäten (nur mehr 3 Chancen für ein Kernziel) zu Beginn des Schuljahres 2009/10.

Der Kontakt mit den Mathematik-Standards (Testung in der 8. Schulstufe) und ein erneuter Blick auf den Lehrplan weckte in mir den Wunsch nicht nur auf einer rein Inhaltlichen Ebene Ziele zu stecken und abzufragen, sondern auch methodische Kompetenzen ins LOB-System aufzunehmen. Daraus entstand jetzt die neueste LOB-Version (Stand Februar 2010) mit den “Aktivitäten” – kurz A.

Ich denke, dass diese 10 “mathematikübergreifende” Ziele ebenso in die Benotung einfließen sollten, da es auf einer rein inhaltlichen Ebene doch viele Unterschiede zwischen den Schülerausführungen geben kann. Es geht mir bei diesen Aktivitäten um Mathematik-überspannende Fertigkeiten und Könnensstufen, die eben die Mathematik auszeichnet.
Besonders die guten und sehr guten Schüler sollen sich in diesen Aktivitäten auszeichnen. Für mich wäre es eine Idealvorstellung, wenn sich das Ganze in Richtung Portfolio weiterentwickeln könnte. So wird zum Schluss nicht nur eine Note in ein Zeugnis eingetragen, sondern auch eine ganze Reihe von Arbeiten zur Präsentation gestellt, die den Schüler und seine Leistung ausmachen.

Um einen besseren Einblick in das System zu bekommen verweise ich auf ein paar Artikel sowie meine für einen Elternabend produzierte Präsentation:

Weiters sind natürlich meine gesamten Lernziel-Mappen in der Rubrik Download auf meiner Seite http://www.kurtsoeser.at zu finden. Alle Dokumente stelle ich selbstverständlich wieder kostenlos zur Verfügung und ich würde mich über konstruktive Kritik freuen.